Welche Augenlasermethode für Sie am besten geeignet ist, entscheidet der Arzt während einer gründlichen Voruntersuchung. Die gewählte Augenlasermethode hängt von diversen Faktoren wie den Dioptrienwerten, der Breite der Hornhaut, dem Alter oder Augenerkrankungen ab.
Als positiv anzusehen ist, dass alle Eingriffe ambulant durchgeführt werden und in der Regel nur wenige Minuten dauern. Es ist auch nicht nötig, zwei Termine einzuplanen, da beide Augen in einer Sitzung operiert werden können. Alle Eingriffe werden unter lokaler Betäubung durchführt und sind nahezu schmerzfrei.

Grundsätzlich kann man die verfügbaren Methoden in 3 Kategorien unterteilen:

  1. Methoden, bei welchen ein Schnitt in die Hornhaut erfolgt
  2. Methoden, die ohne Schnitt durchgeführt werden
  3. die SmartSurfACE-Methode, die ganz ohne Berührung der Augen vorgenommen wird

Methoden mit Schnitt

Bei diesen Augenlasermethoden wird die Hornhaut entweder mit einem Präzisionsskalpell (LASIK-Methode) oder mit dem sogenannten Femtosekundenlaser (Femto-LASIK) aufgeschnitten. Erst dann kommt der Excimerlaser zum Einsatz, der den dioptrischen Fehler korrigiert. Diese Methoden ermöglichen eine sehr schnelle Verbesserung der Sehkraft, die innerhalb weniger Stunden eintritt. Wegen des Schnitts in die Hornhaut wird das Auge aber nie wieder die gleiche Stabilität wie vor der Behandlung haben und im schlimmsten Fall kann es zum Aufklappen der Hornhaut kommen. Bei physisch anspruchsvolleren Berufen, manchen Sportarten oder auch bei Kontakt mit kleinen Kindern muss man also auch lange nach dem Eingriff besonders vorsichtig sein. Für Frauen, die eine natürliche Geburt wünschen, ist diese Augenlasermethode nicht geeignet.

Methoden ohne Schnitt

Bei der schnittlosen LASEK-Methode wird die dünne obere Schicht der Hornhaut mit einer Alkohollösung behandelt und anschließend zur Seite geschoben. Nach dem Lasereingriff wird sie dann wieder in die ursprüngliche Position gebracht. Der Unterschied zu den Methoden, bei denen ein Schnitt notwendig ist, besteht also darin, dass bei LASEK nicht tief in die Hornhaut geschnitten wird, sondern es nur zur Verschiebung des Hornhautepithels kommt, damit der Laser eingesetzt werden kann. Bei dieser Methode wird nach der Behandlung für einige Tage eine Schutzlinse ins Auge eingesetzt. Die Methode ist also weniger invasiv, dafür dauert die Heilung aber etwas länger und die Ergebnisse treten erst nach einigen Tagen ein.

Bildnachweis: https://www.eye-tech-solutions.com/en/products/technologies/smartsurface

Die berührungslose SmartSurfACE-Methode

Die einzige Methode, bei der das Auge gar nicht berührt wird, ist die SmartSurfACE-Methode. Sie ist eine Weiterentwicklung der PRK- und Trans-PRK-Methoden. Der 7D-Excimerlaser ermöglicht, dass das Abtragen des Hornhautepithels sowie die Dioptrienkorrektur gleichzeitig ablaufen. Dadurch dauert der Eingriff nur wenige Sekunden. Für die maximale Sicherheit und Genauigkeit sorgt das Eyetracking-System des Lasers, welches die Augenbewegungen überwacht und ausgleicht. Das SmartSurfACE-Verfahren ist nicht invasiv und stellt deshalb die aktuell sicherste Variante der Augenlaseroperationen dar. Das SmartSurfACE-Verfahren kann bei der Korrektur von Kurzsichtigkeit sowie von Weitsichtigkeit angewendet werden und ist sogar für Patienten mit einer sehr dünnen Hornhaut geeignet, bei welchen die anderen Methoden nicht in Frage kommen.
Die Sehkraft verbessert sich gleich nach dem Eingriff. Da aber während der Operation die Hornhaut behandelt wird, braucht sie einige Tage, um vollständig zu verheilen. Daher wird nach der OP eine Schutzlinse ins Auge eingesetzt, die nach 3 bis 4 Tagen entfernt werden kann.

Neu auf dem Markt: die ReLEx-Smile-Methode

Die sogenannte Smile-Methode wird erst seit wenigen Jahren verwendet und gilt als eine Weiterentwicklung der LASIK- und Femto-LASIK-Methoden. Im Vergleich zu seinen Vorgängern ist das ReLEx-Smile-Verfahren aber minimalinvasiv. Der Eingriff wird nur mithilfe eines Femtosekundenlasers durchgeführt, und zwar in einem Behandlungsschritt. In die Hornhautschicht wird dabei ein zwei bis drei Millimeter langer Schnitt gemacht. Durch die entstandene Öffnung wird dann ein Stück der Hornhaut entfernt und die Laserkorrektur erfolgt anschließend im Inneren der Hornhaut. Mit der Smile-Methode kann nur die Kurzsichtigkeit behandelt werden.

Der große Vorteil der Methode ist, dass bereits sehr kurz nach der Behandlung der Patient kaum eingeschränkt ist und ins Alltagsleben zurückkehren kann (Sport, duschen). Deswegen interessieren sich Patienten zunehmend für das Verfahren. Aus medizinischer Sicht müssen aber mehrere Risiken erwähnt werden. Es wurden bisher keine langfristigen Studien über die Auswirkungen der Methode veröffentlicht, weil sie erst seit kurzem auf dem Markt ist. Die klinischen Tests zeigen einen vergleichsweise hohen Prozentsatz an Patienten, die mit dem Ergebnis der Operation unzufrieden sind. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist das Fehlen der automatisierten Zentrierung des Lasergerätes. Der Femtosekundenlaser ist dabei aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften etwa 10-mal ungenauer als der Excimerlaser, der bei den anderen Methoden (LASEK, LASIK, SmartSurfACE) verwendet wird. Einige Augenzentren in der Schweiz und im Österreich haben sich daher entschlossen, diese Methode nicht anzubieten, bis ausreichende Forschungsergebnisse vorliegen, welche die Sicherheit des Eingriffes bestätigen.