Trotz Schönheitsfehlers die absolut richtige Entscheidung

Trotz Schönheitsfehlers die absolut richtige Entscheidung

Augenlaser Erfahrungsbericht von Sebastian aus Wien:

Bei mir ist die Augenlaser Operation nun fast genau ein Jahr her und ich möchte nachfolgenden Patientinnen und Patienten ein paar Gedanken und Tipps mitgeben. Da viele allgemeine, organisatorische und behandlungstechnische Umstände bereits in anderen Erfahrungsberichten gut zusammengefasst wurden, möchte ich auf ein paar Punkte eingehen, die vielleicht bis jetzt noch weniger erwähnt wurden.

Meine Ausgangssituation: beide Augen waren kurzsichtig mit ca. 1,5 Dioptrien.

  • Ich beschloss nach jahrelangem Brillentragen endlich das Thema Augenlasern anzugehen und stieß relativ schnell auf die Möglichkeit dies in Bratislava zu machen. Es gibt in Bratislava einige Anbieter, Hauptunterschied zu Mitbewerbern ist meiner Meinung nach, dass bei Excimer OPs mit Schnitt vermieden werden. Allein deswegen würde ich Excimer im Vergleich zu anderen empfehlen, da ein Schnitt ins Auge jeglicher Art auch immer nie ganz verheilt
  • Sollten Sie sich für Excimer entscheiden, ist es nicht notwendig lange zu überlegen, welche Behandlungsmethode Sie machen wollen: Excimer wird bei allen Patienten, sofern es medizinisch möglich ist, eine C-Ten OP durchführen. Ich musste hierzu kurz vor der OP extra nachfragen, was jetzt bei mir eigentlich für eine Behandlung gemacht wird; hier also bitte nicht wundern.
  • Ich würde die Vielzahl an Patienten als positives Zeichen und nicht als „Massenabfertigung“ betrachten, denn Excimer ist ein absolut durchorganisierter, perfekt ausgestatteter Betrieb. Es wird vom Essen, über dem Chauffeur, bis zu den gratis Nachkontrollen auf alles Acht gegeben und man hat mit dem sehr hilfsbereiten Care-Taker immer eine Ansprechperson zur Seite.
  • Die OP an sich ist grundsätzlich schmerzfrei, es fühlt sich nur ein wenig unangenehm an. Eher würde ich meinen, dass es anstrengend/mühsam war, einige Sekunden mitten in den Laser zu schauen, während man aufgrund der Lidklammer nicht blinzeln kann und gleichzeitig Flüssigkeit ins Auge gespült wird. Man hat das Gefühl, wie wenn viel Wasser ins Auge gespült wird und man soll gerade ins Licht schauen, möchte aber blinzeln und es geht nicht. Ist also mehr Konzentrationsaufgabe als wahnsinniges Schmerzempfinden. Es kann absolut nichts passieren, (der Laser wandert mit, falls man nicht genau drauf fokussiert) und abgesehen davon dauert der Laser-Vorgang pro Auge nur wenige Sekunden; sicher war ich nervös vorher, aber nachher dachte ich mir – und das war es schon?
  • Es gibt grundsätzlich zwei Typen, wie man auf den Eingriff reagiert: den Brenn-Typ (Augen jucken und brennen furchtbar) und den Weinen/Schnupfen Typ (ständiges Tränen, fühlt sich wie Schnupfen an, da Nase verstopft) – ich war zweiteres und nahm trotzdem immer meine Befeuchtungstropfen. Nach ein paar Tagen wurde zumindest dieser erkältungsartige Umstand besser.
  • Da ich nach der OP extremst lichtempfindlich war, war ich dankbar, ein Hotel reserviert zu haben, wir wurden dankenswerter Weise von einem Chauffeur ins Hotel gebracht und am nächsten Tag abgeholt. Im Zimmer versuchte ich bei absoluter Dunkelheit mich auszuruhen. Es war mir fast unmöglich im Hotel etwas Abend zu essen, da ich beim kleinsten Licht Schmerzen empfand. Zum Glück fütterte mich meine Lebensgefährtin und ging mit mir als Blinder spazieren. Insofern: nicht jeder reagiert so, aber man kann nie wissen, wie es dann danach ist – unbedingt Hotel buchen und im Idealfall wen mitnehmen, der einem hilft!
  • Wann konnte ich wieder arbeiten: ich hatte es mir so eingeteilt, dass ich die OP am Donnerstag machen ließ, am Freitag war Kontrolle und danach ging es nachhause. Fernsehen etc. ging da noch nicht. Am Montag konnte ich aber schon in die Arbeit und machte beim PC-Screen die Auflösung einfach größer – das half sehr. Im Endeffekt ist man auch nur knapp einen Tag in Bratislava und kann nach der Nachkontrolle am nächsten Tag gleich heimfahren. Ein anderer Freund, der mit ca. 5 Dioptrien bei Kurzsichtigkeit die OP durchführen ließ, musste aber im Endeffekt eine Woche Auszeit nehmen; Fazit: je mehr Dioptrien man hat, desto länger würde ich mich auskurieren.
  • Duschen: in den ersten 14 Tagen machte ich dies mit Taucherbrille, es klingt lächerlich, erspart aber mögliche Gefahrenquellen; nach zwei Wochen kann man dann grundsätzlich die Augen unter Wasser aufmachen.
  • Bitte nicht wundern, wenn in den ersten Wochen die Sehleistung von Tag zu Tag und von Auge zu Auge schwankt.
  • Ich würde jedem 6 Monate empfehlen, die Sonnenbrille im Freien zu tragen.
  • Nach drei Monaten ging ich zur Kontrolle, in der bereits festgestellt wurde, dass ich zu 100-120% auf beiden Augen Sehleistung habe. Am rechten Auge sah ich gestochen scharf, am linken Auge hatte ich aber den Eindruck, dass nach wie vor 0,1-0,25% Dioptrien da waren. Dieser Umstand hat sich bis heute (ein Jahr danach) nicht mehr wesentlich verändert. Laut Arzt gibt es immer ein führendes Auge, wie bei Links- und Rechtshändern, das ist normal. Außerdem nimmt jedes Auge den Eingriff anders auf, daher kann es sein, dass nicht beide Augen gleich gut perfekt werden. Grundsätzlich ist dies aber Jammern auf hohem Niveau. Insofern möchte ich allen kurzsichtigen Patienten/Patientinnen sagen, dass man vielleicht nicht 100% nachher perfekt sehen wird, aber es zahlt sich trotzdem absolut aus. Ein Kurzsichtiger mit 5 Dioptrien vorher, wird hingegen diesen kleinen Unterschied wohl nicht mal wahrnehmen. Der kleine Schönheitsfehler wird aber womöglich in ein paar Jahren besser werden, meinte der Arzt.
  • Fazit: grundsätzlich stimme ich in vielen Aspekten mit den anderen Berichten überein. Es war die absolut richtige Entscheidung. Ich würde jedem Excimer empfehlen, der auf eine Brille verzichten kann und vor allem will, denn es ist ein derartiger Gewinn an Lebensqualität!
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